Rechnen auf Linien
wie es Adam Ries in seiner Rechenschule gelehrt hat 

Rechnen auf Linien ist ein Verfahren, bei dem Rechenpfennige auf einem Rechenbrett oder -tuch benutzt werden, um die Operationen Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren auszuführen.

Die nachfolgenden Demonstrationen wurden freundlicherweise von Grit Wilhelm bereitgestellt.
Anwendung:
im Mittelalter im täglichen Verkehr,
Händler und Ämter bis in 18. Jahrhundert
bei asiatischen Völkern heute noch
Verfahren:
durch sinngemäßes Verschieben und Aufheben der Pfennige kann das Ergebnis abgezählt werden
Aufbau:
Linie werden auf einen Tisch, Brett oder Bank gemalt
Ein Pfennig auf der ersten Linie galt 1,
Ein Pfennig im ersten Zwischenraum(Spatium) galt 5,
.. auf der zweiten Linie 10,
.. im zweiten Zwischenraum 50
.. auf der dritten Linie 100
.. im dritten Zwischenraum 500
.. die Tausend wurde mit einem X markiert. 
Regeln:
Auf einer Linie dürfen höchstens 4, in einem Spatium höchstens 1 Pfennig liegen
Beispiele
6 Pfennige auf einer Linie, so nimmt man 5 weg und legt einen Pfennig in das nächst höhere Spatium
3 Pfennige in einem Spatium, so hebe ich 2 auf und lege einen auf die nächst höhere Linie