Das Adam-Ries-Denkmal

Am Ende des Jahres 1891 reifte unter den Mitgliedern des "Annaberger Geschichtsvereins" der Gedanke, die Dankesschuld der Stadt Annaberg gegenüber dem Rechenmeister Adam Ries mit einem "Denkmal aus Stein und Erz" abzutragen. Den äußeren Anlass bildete sein 400. Geburtstag 1892. Das Vorhaben gedieh aber auf Grund finanzieller Probleme nur sehr schleppend und konnte erst am 5.November 1893 mit der Weihe des Denkmals zu Ende gebracht werden.

Für die Ausführung des Denkmals gewann man den Dresdner Bildhauer Robert Henze (1827-1906), der sich den Annabergern bereits mit dem Monument der "Barbara Uttmann" bestens empfohlen hatte. Aus der Schule von Ernst Rietschel hervorgegangen, gehörte Henze zu den meistbeschäftigten Denkmalschöpfern seiner Zeit in Sachsen. Bleibende Leistungen vollbrachte Henze jedoch nicht in der Großplastik, sondern unbestritten im Porträt.

Die Büste des "Adam-Ries-Denkmals" legt davon Zeugnis ab. Leider wurde sie, da sie aus Bronze bestand, 1943 gemeinsam mit einer Vielzahl anderer Denkmale und Kirchenglocken den Schmelzöfen der deutschen Rüstungsindustrie überantwortet. Auch danach blieb die Geschichte des Denkmals wechselvoll. 1953 durch eine Sandsteinkopie der Büste wiederhergestellt, gab man ihm verschiedene Standorte und entfernte es ganz, nachdem Wind und Wetter ihre Spuren hinterlassen hatten. Es brauchte dann über ein Jahrzehnt, bis sich die Stadt Annaberg-Buchholz bereit fand, das restaurierte Denkmal wiederaufzustellen. Es erhielt seinen Platz vor der Trinitatiskirche, wo es aber im November 1992 schwer beschädigt wurde. Nur durch das Engagement des Adam-Ries-Bundes, der das Interesse bei zahlreichen Privatpersonen des In- und Auslandes, bei Banken und den Verwaltungen der Stadt und des Landkreises Annaberg zu wecken vermochte, konnte die materialgerechte Rekonstruktion des "Adam-Ries-Denkmals" zum 5.November 1993, dem 100. Jahrestag seiner Erstweihe, verwirklicht werden.

Die Geschichte der Adam-Ries-Denkmale wurde einer Publikation dokumentiert.

Aus gegebenen Anlass erschien 1893 eine Medaille nach dem Entwurf von Prof. Robert Henze. Sie wurde vom "Adam-Ries-Bund" als Replik von 1000 Stück in Silber und 30 Stück in Gold neu aufgelegt.

Durch die Neugestaltung des Platzes vor dem Adam-Ries-Haus konnte die Büste des Rechenmeisters Ende 2010 in Zentrumsnähe vor seinem ehemaligen Wohnhaus aufgestellt werden. Ein lang gehegter Wunsch ging dadurch in Erfüllung.

Leider wurde nicht das Gesamtdenkmal aufgestellt. Das einzige original erhaltene Teil des Denkmals - der Sockel - wurde eingelagert und durch einen neuen Sockel ersetzt. Aus Sicht des Denkmalschutzes nicht zu verstehen.